Benefits Roboter führt Obstkorb an einer Leine, freundliche Umgebung

Benefits – zwischen Versprechen und Realität

Alle Welt liebt sie, alle Welt wie sie haben! Die Benefits sind in aller Munde. Schon eine geraume Zeit lang rühmen sie sich größter Aufmerksamkeit, scheinen sie doch für Bewerberinnen und Bewerber das einzig probate Mittel zu sein, gute von schlechten Arbeitgebern in der Fülle der Angebote zu unterscheiden.

Von der kleinsten Schreinerbude bis zum DAX-Konzern, alle sind damit beschäftigt, ihre vermeintlichen Vorteile anzupreisen. Dadurch kommen die abstrusesten Aufzählungen zusammen wie kostenloses Leitungswasser oder pünktliche Gehaltszahlung. So verzweifelt scheint der Kampf um Talente, dass die Munition eher einer Schlammpackung gleicht.

Marketing kommt an

Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich schätze gutes Arbeitgeber-Marketing, sogenanntes Emloyer Branding sehr, ich arbeite täglich damit. Sie sind einer meiner stärksten Mittel, um auch andere Talente für meinen Brötchengeber zu begeistern.

Manchmal frage ich mich allerdings, was diese ganze „Wir-bieten-mehr-als-alle-anderen“ mit dem Jobmarkt und nicht zuletzt mit den Bewerbenden macht. Sind Goodies eine Orientierungshilfe oder eher eine Mogelpackung? Und sorgt das ständige Hin- und -Herrecruiten und -Headhunten gesamtgesellschaftlich gesehen nicht einfach nur für mega viel Unruhe? Ständig wird dem Jobsuchenden entgegen geschrien, dass das Gras hier drüben doch viel grüner ist!

Es kochen doch alle nur mit Wasser, Zweifel bleiben immer, ob die großen Versprechungen den Wechsel aus dem alten Nest wert ist, oder ob nicht doch Katzengold gekauft wurde. Im Grunde gehen die meisten eigentlich auch, weil ihr derzeitiger Arbeitgeber für sie nicht abliefert, warum auch immer. Was der eine versaut, spielt dem nächsten in die Hände.

Komm' mir nicht mit BENEFITS! 1
Die Jobsuche ist heutzutage eine Herausforderung der besonderen Art

Alles doof?

Wie immer in Personalbelangen ein klares jein. Ich begrüße die Entwicklung sehr, das Arbeitsplätze mehr vom Mitarbeitenden aus gedacht und auf eine produktive und freundliche Zusammenarbeit gesetzt wird. Aber das Anpreisen von Benefits ist noch lange kein Indiz für eine gesunde Arbeitskultur, die Stellenausschreibung ist Werbung. Mittagessenzuschuss, Kinderbetreuung, nein nicht mal ein 13. Gehalt hält Menschen bei Arbeitgebern, die ihren Laden nicht im Griff haben.

Ehrlich

Wie wäre es stattdessen mal mit Benefits der anderen Art. Ich spiele mal etwas mit den Wünschen von Beschäftigten ,für die folgendes neben den Hygienefaktoren wie angemessene Bezahlung, Respekt und Werterfüllung interessant sein könnte:

– wir machen dich fit in KI und zeigen dir, wie du es in deiner Arbeitsumgebung sicher anwendest – und ja, du darfst deine Mails und Beiträge mithilfe von ChatGPT verfassen
– wir bilden dich in deinem Arbeitsbereich sinnvoll weiter und machen dich zu einem unverzichtbaren Teil des Prozesses
– bei uns gibt es verschlankte zielführende Prozesse, transparent und erprobt
– wir arbeiten dich ein und haben dafür auch ein Konzept/Buddysystem
– unsere familienfreundlichen Angebote können dich bei deinen täglichen Herausforderungen unterstützen (> Angebote nennen)
– unsere Führungskräfte sind darauf geschult, deinen Input wahrzunehmen und für eine gesunde Teamathmospähre zu sorgen, z.B. open-door-policy o.ä.

benefits Schreibmaschine, auf die die Worte getippt wurden

„Und warum arbeiten Sie hier?“

Immer wieder sammeln ich an meinem Arbeitsort kleine Hinweise, was die Leute an ihrem Job mögen, ich sammle sie auf wie kleine Brotkrümel. Ich versuche mir daraus ein Bild vom Großen und Ganzen zu machen. Dieses möchte ich dann unseren Kandidaten im gemeinsamen Gespräch rüberbringen. Das macht mir Spaß, weil ich ein kleiner Personalerfreak bin. Das muss nicht jeder so machen. Mitarbeiterbefragungen zu lesen und ernst zu nehmen (oder auch erstmal eine zu machen!) ist schon ein guter Anfang.

Da wo manch ein Arbeitgeber noch nicht erkennt, was er wirklich zu bieten hat (zum Beispiel Behörden), da können andere Wiederrum etwas vom Gas gehen. Derjenige, der die Stellenanzeige formuliert, arbeitet nicht zwangsläufig im suchenden Team. Realitätscheck und goldene Mitte sind wie immer gefragt. Die Benefits leben mit der neuen Jobwelt mit und verändern sich ständig. Das ist spannend und anstrengend zugleich, dennoch lohnt sich der ehrliche Blick in den eigenen Werkzeugkasten.

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